Vietnam ist einer der größten Brennpunkte der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg.
Nachdem sich die Vietnamesen massiv gegen die französische Herrschaft über Vietnam auflehnen
und die im Zweiten Weltkrieg versprochene Unabhängigkeit einfordern, kommt es zu kriegerischen
Auseinandersetzungen. Die Franzosen verlieren 1953 die als uneinnehmbar geltende Festung
Dien Bien Phu an die Vietminh, die strategisch von höchster Bedeutung ist.
Im Frieden von Genf wird Vietnam in einen kommunistischen Norden und den von einer Militärdikatatur
beherrschten Süden aufgeteilt. Ziel ist es, bis 1956 freie Wahlen durchzuführen und so die Wiedervereinigung herbeizuführen. Im Süden baut General Diem allerdings seine Diktatur aus und verhindert freie Wahlen - zudem wird etwa die buddhistische Minderheit unterdrückt. Insgesamt wird Diem und sein korruptes Regime zunehmend unpopulärer.
Unterstützt von den USA kann Diem die Herrschaft aufrechterhalten - US-Militärberater helfen bei der
Ausbildung seiner Truppen. Ab 1960 entsenden die Amerikaner erste eigene Truppen, um den Schutz der eigenen Berater zu gewährleisten.
Eine "Befreiungsfront Südvietnams", der sogenannte Vietcong, greift zunehmend diese Truppen an. Schrittweise erhöhen die Amerikaner ihre Militärpräsenz auf 550.000 Mann. Ein von den USA inszenierter Sturz Diems führt lediglich dadurch, dass ein korruptes Regime durch ein anderes korruptes ersetzt wird.

Die Amerikaner führen in der Folgezeit einen Krieg gegen einen nahezu unsichtbaren Feind - der
Vietcong verfolgt eine Guerilla-Taktik und operiert vorwiegend nachts - und zieht sich ebenso
schnell zurück, wie er gekommen ist. Nach amerikanischen Übergriffen gegen die Zivilbevölkerung,
die dem Vietcong größtenteils freundlich gesonnen ist, kommt es zu massiven Protesten in der Heimat.

Eine Änderung der amerikanischen Strategie hin zu massiven Luftschlägen bringt ebenfalls keinen Erfolg -
und das, obwohl in Vietnam 5mal soviele Bomben abgeworfen werden wie im Zweiten Weltkrieg.
1968 startet der Vietcong eine Offensive, bei der die Amerikaner unter starken Druck gesetzt werden
und hohe Verluste erleiden.
Die Amerikaner entschließen sich, ihre Truppen abzuziehen -
um den Rückzug zu sichern, marschieren die USa kurzerhand in Laos und Kambodscha ein, um den
vietnamesischen Nachschub über den sogenannten Ho-Chi-Minh-Pfad zu erschweren.
1973 ziehen sich die USA offiziell aus dem Vietnamkrieg zurück.
Der Waffenstillstand trat offiziell am 28. Januar 1973 in Kraft.
Bilanz eines Krieges, den niemand wirklich gewonnen hatte:
Tote auf vietnamesischer Seite: ca. zwei Millionen
Verwundete auf vietnamesischer Seite : ca drei Millionen
Tote auf amerikanischer Seite: ca. 57000 gefallene Soldaten
Verwundete auf amerikanischer Seite: ca. 153 000
Vietnam brauchte lange Jahre, um das Trauma des Krieges zu überwinden. Durch
weiterhin massive politische Repressalien und wirtschaftliche Not getrieben
emigrierten Mitte der Siebziger bis Anfang der Achtziger Jahre etwas mehr als 12 Millionen Menschen
aus Vietnam.
Eine halbe Million Menschen, die dadurch als sogenannte boat people bekannt wurde, versuchte auf kleinen und
meist schlechten kleinen Booten über das Südvietnamesische Meer zu flüchten - viele bezahlten diese Verzweiflungstat
mit dem Tod.
Vietnam selbst war nach dem Krieg ein Trümmerhaufen. Wirtschaft und vor allem Infrastruktur hatten verheerende
Schäden hinnehmen müssen, die zumeist durch die Flächenbombardements der Amerikaner verursacht worden waren.

Die Ökologie Vietnams hat sich wohl bis heute nicht vollständig von diesem Krieg erholt.
Der gnadenlose Einsatz von Napalm und auch der Einsatz von Entlaubungsmitteln, etwa dem berüchtigten Agent Orange,
hat der Umwelt tiefe Wunden zugefügt, von denen einige wohl nie ganz heilen werden.